Welcher Naturkosmetik können Sie vertrauen? Die wichtigsten Siegel im Überblick

Der Naturkosmetik-Markt boomt, und viele Hersteller von Kosmetika wollen am wachsenden Markt teilhaben. Die Regale in den Drogerien und Angebote von Onlineshops sind voll von Produkten, die mit `Grünen Versprechen` werben. Aber nicht überall wo Natur auf der Verpackung ist, ist auch Natur in größeren Mengen drin. Das sogenannte `Greenwashing` von Herstellern führt dazu, dass der Verbraucher getäuscht wird. Da `Naturkosmetik `vom Gesetzgeber nicht geschützt ist, ist diese Vorgehensweise gesetzlich auch nicht verboten.

Das Magazin Ökotest hat im Juni 2013 `Grüne Kosmetik` ohne Zertifizierung, bzw., Siegel untersucht. „ Das Testergebnis: Der grüne Etikettenschwindel ist gewaltig. Betroffen sind sowohl die klassisch konventionellen Hersteller als auch solche, die sich ganz eindeutig als grün darstellen, ……….“ (Quelle: www.oekotest.de) Wer beim Kauf seiner Naturkosmetik-Produkte auf der sicheren Seite sein will, sollte auf die Produkte vertrauen, die eine gültige Zertifizierung haben. Wir stellen Ihnen hier einige der wichtigsten Labels für kontrollierte Naturkosmetik vor.

Es gibt viele verschiedene Siegel/Labels die mit unterschiedlichen Kriterien Naturkosmetik zertifizieren.  Wir stellen Ihnen einige der wichtigsten Zertifizierungen vor.

Diesen Siegeln können Sie vertrauen!

Naturkosmetik-Siegel BDIH
BDIH

Der Bundesverband der Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und kosmetische Mittel e.V. ist eine Vereinigung von Herstellern und Vertriebsunternehmen, die 1951 gegründet wurde. Der Standard für kontrollierte Naturkosmetik wurde im Februar 2001 durch den BDIH eingeführt. Das Prüfzeichen garantiert, dass zur Herstellung der zertifizierten Produkte ausschließlich Rohstoffe eingesetzt werden, die den strengen Vorgaben des BDIH-Standard, wie folgt, entsprechen:

 

  1. Pflanzliche Rohstoffe
    Pflanzliche Rohstoffe müssen aus zertifiziertem ökologischem Ausgangsmaterial stammen, soweit sie aus Pflanzen bestehen oder gewonnen wurden. (Dazu gibt es eine genaue Auflistung der Rohstoffe mit Definitionen und Einschränkungen.)
  2. Tierische Rohstoffe und Tierschutz
    Der Einsatz von Stoffen, die von Tieren produziert werden (z.B. Milch, Honig), ist gestattet. Der Einsatz von Rohstoffen aus toten Wirbeltieren (z.B. Emuöl, Nerzöl, Murmeltierfett, tierische Fette, Collagen und Frischzellen) sind nicht gestattet. Tierversuche und Endprodukte Weder bei der Herstellung noch der Entwicklung oder Prüfung der Endprodukte dürfen Tierversuche durchgeführt oder in Auftrag gegeben werden. Tierversuche und Rohstoffe Rohstoffe, die nach dem 31.12.1997 im Tierversuch getestet wurden, dürfen nicht verwendet werden. Außer Betracht bleiben Tierversuche, die durch Dritte durchgeführt wurden, die weder im Auftrag oder auf Veranlassung des Rohstoffherstellers, des Rohstoffanbieters oder des Herstellers des Endproduktes gehandelt haben, noch mit diesen gesellschaftsrechtlich verbunden sind.
  3. Mineralische Rohstoffe
    Der Einsatz anorganischer und mineralischer Salze, Säuren und Laugen (z.B. Magnesiumsulfat, Natriumchlorid) ist grundsätzlich gestattet. (Ausnahmen siehe Punkt 5).
  4. Erlaubte Herstellungsprozesse
    Für die Herstellung von Naturkosmetika sind neben physikalischen Verfahren einschließlich der Extraktion mit Wasser, pflanzlichem Alkohol, Kohlensäure, pflanzlichen Fetten und Ölen sowie hieraus gewonnenem Glycerin auch enzymatische und mikrobiologische Verfahren zulässig, wie sie in der Natur vorkommen. Daneben dürfen Stoffe aus Naturstoffen wie Fette, Öle und Wachse, Zucker, Stärke, Cellulose, Eiweiße, Polysaccharide, Vitamine mittels Hydrolyse, Hydrierung, Oxidation, Reduktion, Veresterung oder sonstigen Spaltungen und Kondensationen gewonnen werden.
  5. Nicht erlaubte Stoffe
    Stoffe aus den folgenden Stoffgruppen dürfen nicht verwendet werden: – organisch-synthetische Farbstoffe – synthetische Duftstoffe – ethoxilierte Rohstoffe – Silikone – Paraffine und andere Erdölprodukte
  6. Konservierung
    Zum Zwecke des Verbraucherschutzes können erforderlichenfalls die folgenden naturidentischen Konservierungsmittel verwendet werden: – Benzoesäure und ihre Salze – Salicylsäure und ihre Salze – Sorbinsäure und ihre Salze – Benzylalkohol – Dehydroacetsäure und ihre Salze Beim Einsatz dieser Konservierungsstoffe ist der Zusatz: „Konserviert mit … [Name des Konservierungsstoffes]“ erforderlich.
  7. Riechstoffe
    Zugelassen sind natürliche Riechstoffe, die der ISO Norm 9235 entsprechen. Außerdem können biotechnologisch gewonnene Riechstoffe verwendet werden. 8. Radioaktive Bestrahlung Die Behandlung von pflanzlichen und tierischen Rohstoffen und der Endprodukte mit ionisierenden Strahlen ist nicht zulässig.
Naturkosmetik-Siegel EcoCert
Ecocert
ECOCERT ist eine Organisation zur Zertifizierung von verschiedenen Bioprodukten und ökologischen Landbau, gegründet im Jahr 1991 in Frankreich. In Zusammenarbeit mit Fachleuten aus der Kosmetikbranche, Verbrauchern und führenden Industrie- und Regierungsvertretern, hat Ecocert 2002 einen Standard für Natur- und Biokosmetik entwickelt, der sich kontinuierlich an den technischen Fortschritt und den sich ändernden gesetzlichen Regelungen orientiert. Die wichtigsten Grundsätze der Ecocert Natur- und Biokosmetik-Zertifizierung:

 

  • Inhaltstoffe, die aus erneuerbaren Ressourcen gewonnen und durch umweltschonende Verfahrenstechniken hergestellt werden – Ecocert überprüft sowohl den Ursprung jedes Inhaltsstoffes als auch dessen Herstellungsverfahren.
  • Mindestanteile von Inhaltsstoffen aus dem aus ökologischem Anbau zur Durchführung der Zertifizierung. Zudem fordert Ecocert sowohl für Bio- als auch Naturkosmetik, dass mindestens 95% aller Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs sind.
  • Eine Vor-Ort-Kontrolle durch einen Ecocert Kontrolleur sowie eine eindeutige Deklaration der Produkte.

Es gibt zwei Label, abhängig von den Inhaltsstoffen: Label Biokosmetik Mindestens 95% der pflanzlichen Inhaltsstoffe in der Rezeptur und mindestens 10% der gesamten Inhaltsstoffe (in Gewichtsanteilen) müssen aus ökologischem Anbau stammen. Label Naturkosmetik Mindestens 50% der pflanzlichen Inhaltsstoffe in der Rezeptur und mindestens 5% der gesamten Inhaltsstoffe (in Gewichtsanteilen) müssen aus ökologischem Anbau stammen. Hier können Sie die ausführlichen Zertifizierungsrichtlinien lesen: http://www.ecocert.de/system/files/Standard-fuer-Natur-und-Biokosmetik-Ecocert-Greenlife-2012.pdf     Quelle: www.ecocert.de

Naturkosmetik-Siegel Natrue
NaTrue

Das Natrue-Siegel gibt es seit 2008. Es wurde in Zusammenarbeit von verschiedenen Naturkosmetik-Herstellern entwickelt. Natrue unterteilt in 13 Produktkategorien und 3 Zertifizierungsstufen, mit jeweils unterschiedlichen Anforderungen und stellt unterschiedliche Anforderungen je nach Produktkategorie. Die Standards

 

  1. Kosmetikprodukte: Verordnung (EG) Nr. 1223/2009

Alle Produkte müssen der EG-Verordnung Nr. 1223/2009, über kosmetische Mittel entsprechen (Zusammensetzung, Sicherheit, Wirksamkeit und Kennzeichnung). Darüber hinaus sind Tierversuche grundsätzlich gegen NATRUEs zugrundeliegende Werte und Ethik. Aus diesem Grund werden die NATRUE-Kriterien um das Tierversuchsverbot für kosmetische Fertigprodukte, auf Drittländer außerhalb der EU erweitert.

  1. Bio-Erzeugnisse und Labellisierung biologischer Produkte

Die im Produkt enthaltenen natürlichen und ggf. naturnahen Stoffe pflanzlichen und tierischen Ursprungs stammen zu mindestens 70 % aus kontrolliert biologischer Erzeugung und/oder aus kontrollierter Wildsammlung.

  1. Aromatische natürliche Rohstoffe

In Naturkosmetika können jene natürlichen Riechstoffe (zum Beispiel ätherische Öle) eingesetzt werden, die dem ISO-Standard 9235 entsprechen. Dazu gehören auch Isolate aus ätherischen Ölen sowie daraus rekonstruierte ätherische Öle. Synthetische naturidentische Riechstoffe dürfen nicht in Naturkosmetika verwendet werden.

  1. Detergenzien

Die verwendeten waschaktiven Tenside müssen entsprechend den Vorgaben der Detergenzienverordnung (EG) Nr.648/2004 vollständig biologisch abbaubar sein.   NATRUE-Prinzipien

  1. Nachhaltigkeit

Auch Aspekte der nachhaltigen Entwicklung, unter bestmöglicher Erhaltung der Biodiversität (Vielfalt von Arten und Ökosystemen), sind in der gesamten Wertschöpfungskette zu berücksichtigen.

  1. Anforderungen an die Hersteller

Die nachfolgend aufgeführten konkreten Anforderungen an Naturkosmetika beschreiben

  • die in Naturkosmetika zulässigen naturnahen und naturidentischen Stoffe,
  • die erlaubten Verfahren zur Herstellung von Naturkosmetika sowie von natürlichen, naturidentischen und naturnahen Rohstoffen,
  • die Mindestgehalte an natürlichen Rohstoffen, die Maximalgehalte an naturnahen Rohstoffen sowie die Mindestanteile von Natur -und ggf. naturnahen Rohstoffen in Bioqualität für die drei Label: „Naturkosmetik“, „Naturkosmetik mit Bio-Anteil“ und „Biokosmetik“
  • sowie auch Kriterien für die Verpackungen und bestimmte Trägermaterialien.

Definition der erlaubten Stoffe und Verfahren

  1. Naturstoffe

Naturstoffe sind Substanzen pflanzlichen, anorganisch – mineralischen oder tierischen Ursprungs (ausgenommen tote Wirbeltiere) sowie deren Gemische und „Reaktionsprodukte“ untereinander. Für deren Gewinnung und Aufreinigung werden nur bestimmte physikalische Verfahren zugelassen. Darüber hinaus sind enzymatische und mikrobiologische Verfahren zulässig, soweit diese Enzyme oder Mikroorganismen in der Natur vorkommen. Die Behandlung von pflanzlichen und tierischen Rohstoffen sowie des Endprodukts mit ionisierender Strahlung ist nicht zulässig.

  1. Naturidentische Stoffe

Naturidentische Stoffe dürfen nur dann Verwendung finden, wenn eine Gewinnung dieser Stoffe direkt aus der Natur mit vernünftigem Aufwand technisch nicht realisierbar ist. Naturidentische Inhaltsstoffe werden in entsprechenden Positivlisten geregelt. Zur Konservierung von Naturkosmetika können naturidentischen Konservierungsstoffe verwendet werden. Der Einsatz dieser Stoffe ist mit dem Zusatz „konserviert mit…“ kenntlich zu machen.

  1. Naturnahe Stoffe

Naturnahe Stoffe haben nur dann eine Berechtigung, wenn ihre Funktion nicht von Naturstoffen übernommen werden können. Naturnahe Stoffe werden stets aus Naturstoffen gewonnen, wobei Erdöl als Rohstoff ausgeschlossen ist. Bei ihrer Herstellung sollten nur solche Prozesse zum Einsatz kommen, die ein Vorbild in physiologischen Vorgängen haben.

  1. NaTrue-Naturkosmetik-Siegel in drei Kategorien:
  • Naturkosmetik:  Die Mindestgehalte an Naturstoffen und Maximalgehalte an naturnahen Rohstoffen sind nach Produktgruppen entsprechend festgelegt.
  • Naturkosmetik mit Bioanteil: Neben den oben genannten Grundvoraussetzungen sind folgende weitere Voraussetzungen einzuhalten: Das Produkt enthält mindestens 15 % chemisch unveränderte Naturstoffe und maximal 15 % naturnahe Stoffe. Die im Produkt enthaltenen natürlichen und ggf. naturnahen Stoffe, pflanzlichen und tierischen Ursprungs, stammen zu mindestens 70 % aus kontrolliert biologischer Erzeugung und/oder aus kontrollierter Wildsammlung.
  • Biokosmetik:  Neben den oben genannten Grundvoraussetzungen sind folgende weitere Voraussetzungen einzuhalten: Das Produkt enthält mindestens 20 % chemisch unveränderte Naturstoffe und maximal 15 % naturnahe Stoffe. Die im Produkt enthaltenen natürlichen und ggf. naturnahen Stoffe pflanzlichen und tierischen Ursprungs stammen zu mindestens 95 % aus kontrolliert biologischer Erzeugung und/oder aus kontrollierter Wildsammlung. Quelle: www.natrue.org (Stand: 18.10.2015)
Naturkosmetik-Siegel Demeter
Demeter
Der Demeterverband wurde 1928 gegründet und ist lange vor `Bio`und `Öko` die erst Kennzeichnung für Regelungen im ökologischem Landbau. Neben dem Landbau werden auch Lebensmittel, Textilien und seit 1990 Richtlinien für Naturkosmetik entwickelt. Demeter-Produkte werden nach anthroposophischen Prinzipien, biologisch-dynamisch hergestellt. Naturkosmetik–Produkte, die das Demeter-Logo tragen, enthalten mindestens 90 % Demeter-Rohstoffe, die nach den vorgeschriebenen Richtlinien erzeugt wurden. Votreile von Demeter-Naturkosmetik

 

  • Demeter-Rohstoffanteil von 90 % bei pflanzlichen Bestandteilen
  • hohe biologische Abbaubarkeit
  • beste Rohstoffqualität durch die biodynamische Erzeugung mit Einsatz der Präparate, die fruchtbare Böden und beste Reifequalität ermöglichen
  • Werterhaltende Verarbeitung ohne chemisch-synthetische Zusatzstoffe
  • absolute Transparenz in der Deklaration

Verzicht auf Mineralöle, synthetisch Lösungsmittel (Benzol, Hexan, Butylen- oder Propylenglycol), Rohstoffe, die aus Tieren gewonnen wurden, Einsatz von Gentechnik und Nanopartikeln, radioaktive Bestrahlung oder Begasung.

COSMOS – Der neue internationale Standard für Naturkosmetik

Um einen internationaler Standard für Naturkosmetik zu entwickeln, haben sich 5 europäische Zertifizierungs-Organisationen zusammengeschlossen und gründeten 2010 in Brüssel, den internationalen und gemeinnützigen Verband: COSMOS-Standard AISBL. Die Gründungsmitglieder sind:

  • BDIH (Deutschland)
  • COSMEBIO (Frankreich)
  • ECOCERT Greenlife (Frankreich)
  • ICEA (Italien)
  • SOIL Association (Großbritannien)
Es gibt zwei Labels für die COSMOS-Zertifizierung:

  • ‚COSMOS ORGANIC` für Produkte, die einen Mindestanteil von Bio-Anteilen aufweisen
  • ‚COSMOS NATURAL` für Produkte, die dem Standard entsprechen ohne Mindestanteil an Bio-Anteilen

Fazit:

Wenn Sie als Verbraucher sicher sein wollen, eine qualitativ hochwertige Naturkosmetik zu erwerben, sollten Sie beim Kauf auf ein gültiges Gütesiegel achten.

Was Sie über die Deklaration von Inhaltsstoffe bei Naturkosmetik (bzw. Kosmetik allgemein) wissen sollten, erfahren Sie in der nächsten Mail.  Sollten Sie sich noch nicht angemeldet haben, Informationen und Angebote zu erhalten, können Sie das  hier  tun.

Die Produkte von Lacosmea Cosmetics

tragen das Gütesiegel des BDIH.